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Digitalisierung auf Basis eines soliden Bankgeschäfts

Interview mit Dr. Gerhard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung der Helaba  

Dr. Gerhard Kebbel leitet seit März 2016 den Bereich »Strategieprojekte Digitalisierung« –
im Interview spricht er über die Bank der Zukunft, das Projekt »komuno« und über die nötige Haltung, über die eine Bank verfügen sollte, wenn sie sich digital weiterentwickeln möchte.

Herr Dr. Kebbel, wie sieht für Sie die Bank der Zukunft aus?
Ich glaube, dass man hier differenzieren muss, um welchen Banktypus es sich handelt. Denn Alle reden immer von der Bank von heute oder der Bank der Zukunft. Aber es gibt Retail-Banken, also Privatkundenbanken, es gibt Firmenkundenbanken, es gibt Immobilienbanken. Natürlich habe ich eine klare Vorstellung davon, wie eine Retail-Bank aussieht. Die wird wahrscheinlich wie eine Plattform aussehen, mit einer wie auch immer gebündelten Angebotsfülle, die nicht unbedingt aus dem eigenen Portfolio der Bank kommen muss – sondern die auch von anderen Banken, Startups oder FinTechs bereitgestellt werden könnte. Eine Firmenkundenbank wiederum wird nicht unbedingt so stark auf Plattformen setzen, weil dort der persönliche Kontakt, die Expertise und das spezifische Know-how der Bank im Vordergrund stehen. Aber die Digitalisierung wird sowohl auf die Prozesse als auch die Kundentools Einfluss haben und die zukünftigen Schnittstellen stark prägen. Und, es wird Plattformen geben, die die Angebote mehrerer Banken bündeln.

Was steckt hinter der Beteiligungsgesellschaft Helaba Digital?
Der Initialfunke zur Helaba Digital wurde in Berlin entfacht. Und zwar an einem Abend, an dem eine Gruppe von Bereichsleitenden der Helaba sich mit Startup-Verantwortlichen zum Dinner getroffen hat. Beiden Seiten war im Rahmen dieser Veranstaltung sehr schnell klar: Wir müssen enger zusammenarbeiten. Aus dieser Erkenntnis heraus ist von Seiten der Bank die Helaba Digital entstanden, eine Beteiligungsgesellschaft für Startup-Investments, fokussiert auf innovative Unternehmen, die das Thema digitale Transformation in den Bereichen Finanzdienstleistung, Regulatorik und der Immobilienwirtschaft vorantreiben. Damit wollen wir das Geschäftsmodell der Helaba aktiv ergänzen und die Kernprozesse der Bank optimieren.

komuno Gründung

Welches Ziel verfolgt die Helaba mit ihrer digitalen Agenda?
Die digitale Agenda der Helaba hat das Ziel, die Chancen der Digitalisierung auszuloten und digitale Prozesse sowie Kundenschnittstellen der Helaba zu unterstützen, Transparenz und Effizienz für die Kunden zu schaffen und Innovationen voranzutreiben. Das sind Themen, die bei unseren Kunden im Vordergrund stehen. Ein gutes Beispiel für diese Art der Innovation ist die Derivateplattform »360T«. Diese ist vor gut zehn Jahren gestartet und hat für die Kunden im Devisen- und Derivatehandel eine ganz neue Transparenz und Effizienz geschaffen und so eine echte Innovation geliefert. Heute sind die Banken Zulieferer der Plattform – das Produkt hat den Markt radikal verändert.

Erhoffen Sie sich das auch von »komuno«, der digitalen Plattform für Kommunalkredite?
Wenn man sich einmal anschaut, wie sich das bei Krediten verhält, dann sind die am meisten standardisierten Kredite die Kredite an Kommunen. Wir haben uns umgesehen und festgestellt, dass schon mehrere Startups mit Plattformlösungen am Markt sind und versuchen, diesen zu erobern. Als Marktführerin in der Kommunalfinanzierung hatten wir also zwei Möglichkeiten: Entweder wir schauen zu, wie sich Startups den Markt untereinander aufteilen und dieses neue Geschäft mit Transparenz, Effizienz und Innovation gestalten, oder wir machen es selbst. Wir haben uns dann entschieden, selbst anzupacken und mit Lucht Probst Associates einen passenden Partner gefunden, der als Software-Entwickler bereits tief im Kommunalgeschäft verwurzelt ist. Wichtig war es, bereits bei der Entwicklung zu berücksichtigen, was die Kommunen, aber auch die Sparkassen und möglicherweise später auch weitere Banken benötigen. Wie muss eine solche Plattform aussehen? Herausgekommen ist »komuno«, und ich bin überzeugt davon, dass diese einen ähnlichen Impact haben kann, wie wir es bei »360T« erlebt haben.

„Was mich an »komuno« und anderen Digitalprojekten der Helaba so fasziniert, ist, dass alle Beteiligten unbedingt die beste Lösung vorantreiben wollen. Das ist schon bemerkenswert, was da passiert, und wird die Bank immens vorantreiben.“

Dr. Gehard Kebbel
Leiter des Strategieprojekts Digitalisierung

Was bedeutet für Sie Kundenorientierung im Kontext der Digitalisierung?
Kundenorientierung fängt mit Verlässlichkeit in Verbindung mit Begeisterung an. Das ist in Zeiten der Digitalisierung wichtiger denn je. Denn erst mit diesem Doppel komme ich zu einem echten Nutzenversprechen, einem echten Mehrwert für den Kunden. Und genau das ist es, was die Helaba schon immer geliefert hat und auch in einer digitalisierten Welt weiter bieten möchte.

Welche Haltung braucht es noch um digital voranzukommen?
Die Basis muss weiterhin natürlich das solide Know-how des Bankings sein. Ich muss als Bank mein Handwerk und meine Kunden verstehen. Dafür muss ich mich immer und bei jeder Gelegenheit konsequent nach dem Bedarf meines Kunden fragen, und Lösungen für seine Probleme finden. Natürlich dürfen wir als Bank auch nie vergessen, dass wir Geld verdienen wollen und müssen. Aber eben auf der Basis von Offenheit, Flexibilität und auch Neugierde. Und mit dem Mut, uns auch mal auf neue Dinge einzulassen, ohne genau zu wissen, was am Ende rauskommt. Das sind Eigenschaften, die man als Bank in Zukunft noch stärker ausbilden und prägen muss. Aber ohne das solide Know-how – die verlässliche Grundsolidität, die eine Bank haben muss – ohne die geht es natürlich nicht.

Gemeinsam mit  Startups Geschäfte entwickeln: Dr. Gerhard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung
Gemeinsam mit Startups Geschäfte entwickeln:
Dr. Gerhard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung

„Digitalisierung bedeutet, dass man nicht nur technische Mittel verwendet, sondern auch einen deutlichen Fokus auf die Kundenperspektive legt.“

Dr. Gehard Kebbel
Leiter des Strategieprojekts Digitalisierung

Dr. Gehard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung  der Helaba
Dr. Gehard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung der Helaba

Prozesse einfach besser machen

komuno teaser

Der Weg zu einer digitalen Plattform für Kommunalkredite: »komuno«

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