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Rohstoffe und Gold

Stabilisierung bei Rohstoffen

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Aussichten verhalten positiv

Das angespannte Handelsklima vor allem zwischen China und den USA dürfte auch 2019 die Perspektiven für Rohstoffe dämpfen. Gleichzeitig gibt das Reich der Mitte als wichtigster Rohstoffverbraucher bei tendenziell eher nach­lassender Rohstoffintensität allein strukturell weniger positive Nachfrageimpulse. Als Gruppe werden dabei die vom Hauptabnehmer China besonders abhängigen Indus­trierohstoffe wohl wieder stärker betroffen sein. Unterdessen hält die US-Notenbank zunächst an ihrem Straffungskurs fest. Die Annahme insgesamt günstiger Finanzierungsbedingungen erscheint für den Rohstoff­sektor fragwürdig. Finanzinvestoren dürften sich auch daher zumeist eher defensiv verhalten.

Andererseits versuchen OPEC und Russland wie auch Produzenten im Metallsektor die Preise über eine Angebotssteuerung zu stabilisieren. Aufgrund insgesamt relativ entspannter Verhältnisse an den physischen Märkten dürften aber eher die Zweifel am Erfolg dieser Strategie selbst unter Finanzinvestoren hoch bleiben. Als zumindest zeitweilig preistreibender Faktor könnten sich allerdings nicht nur für einzelne Agrarrohstoffe die Wetterverhältnisse 2019 erweisen.

Zitat

Idealtypisch stoßen Rohstoffpreise an die ­Decke, wenn die Wirtschafts­dynamik ­abflacht. Sie können dann ­durchaus noch etwas zulegen. Durch­greifende Nach­frageimpulse und ­wesentlich höhere Preise aufgrund ­eines massiv anziehenden Ver-brauchs sind in der Regel aber nicht mehr zu ­erwarten.

Mineralölmärkte weitgehend ausbalanciert

Die Mineralölpreise werden 2019 bei nachlassenden Angebotsrisiken mehr oder weniger einen Seitwärtskurs beschreiten. Der Wahrnehmungswechsel von der Angebots- auf die Nachfrageseite dürfte an den Mineralölmärkten 2019 nicht nur wegen möglicher negativer Auswirkungen des Handelskonflikts anhalten. So scheinen die physischen Märkte schon seit dem letzten Spätsommer überraschend gut versorgt zu sein. Offensichtlich entspannt zusätzliches Nicht-OPEC-Angebot insbesondere aus Nord- und Südamerika den Markt. Dagegen erreichte der globale Rohöl­verbrauch im Juli 2018 wohl die vor­läufige Spitze.

2019 dürften die Preisschwankungen auch im Zuge des Erwartungsmanagements der OPEC und des Nachfrageverhaltens Chinas trotz der relativ entspannten Verhältnisse an den physischen Märkten vorerst ausgeprägt bleiben. Dabei wird sich die zuletzt weitgehend abgeschmolzene geopolitische Prämie wohl kaum noch einmal so stark aufbauen wie 2018, zumal auch die Lieferausfälle verschiedener OPEC-Länder wohl eher geringer werden.

Gold mit überschaubarem Potenzial

Angesichts wieder günstigerer Perspektiven sogenannter Risikoanlagen, wie Aktien und Unternehmensanleihen, dürfte das Potenzial von Gold begrenzt sein.

Das gelbe Metall dürfte 2019 im Bereich zwischen 1.200 und 1.400 US-Dollar / Feinunze relativ gut abge­sichert sein. Hierfür spricht neben den weiterhin moderaten US-Real­zinsen und einem weniger festen US-Dollar vor allem die Marktpsychologie. So haben sich die Wetten der nicht-kommer­ziellen Marktteilnehmer gegen Gold bis zuletzt auf extrem hohem Niveau bewegt. Schließlich spricht die inzwi­schen wieder günstigere Chart­technik für eine gewisse ­Erholung der Notierungen.

Bremsfaktoren wie Währungsschwäche in diversen Schwellen- und Entwicklungsländern und damit notwendige Liquiditätsschaffung und Kaufzurückhaltung gegenüber Gold verlieren 2019 zwar an negativer Wirkung, die weiteren US-Zinserhöhungen und die geldpolitische Wende der EZB dürften jedoch noch dämpfen. Vor allem aber sprechen die im Jahresverlauf 2019 voraussichtlich wieder erhöhten Chancen sogenannter Risikopapiere, wie Aktien und Unternehmensanleihen, gegen eine massive Erholung der Goldnotierungen.

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