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Bankanleihen

Vor schwierigem Balanceakt

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Das relativ solide wirtschaftliche Umfeld sollte die Bonität europäischer Banken stützen. Allerdings dürften die Zeiten wachsender Eigenkapitalquoten allmählich zu Ende gehen.

Der Kreditzyklus befindet sich in einer reifen Phase. Der Margenwettbewerb nimmt stetig zu. Typischerweise besteht in solchen Phasen das Risiko, dass die Institute Qualitätsabschläge im Neugeschäft hinnehmen. Der bevor­stehende moderate Zinsanstieg dürfte sich zwar positiv auf die Erträge auswirken, aber tendenziell auch zu gegenüber dem zuletzt niedrigen Niveau steigenden Kreditausfällen und anderen Wertberichtigungen führen. Parallel dazu werden sich die Bondanleger angesichts der ver­besserten Eigenkapitalausstattung an weiter steigende Ausschüttungen und Aktienrückkäufe gewöhnen müssen.

Verbesserte Kapitalquoten

Immerhin ist der Sektor robust aufgestellt. Die meisten Banken haben ihre Hausaufgaben gemacht und Bail-in-­Kapital aufgebaut. Bei der Profitabilität bestehen jedoch europaweit enorme Unterschiede. Wir führen dies insbe­sondere auf abweichende strukturelle, politische und regulatorische Rahmensetzungen zurück. Einige Banken haben weiterhin mit hohen Beständen an notleidenden Krediten zu kämpfen. Verbunden mit teils schwachen Geschäftsmodellen sehen wir in diesen strukturellen Divergenzen ein Haupthindernis für grenzüberschreitende Fusionen.

Im Standardgeschäft ist die Disruption der Geschäfts­modelle durch den Markteintritt von BigTechs, wie Amazon und Google, bereits in vollem Gange. Der technische Wandel birgt aber auch Chancen zur Effizienzsteigerung. Aus unserer Sicht werden mittelfristig die Häuser als ­Gewinner hervorgehen, die heute aus einer Position der Stärke heraus agieren und dank hoher Gewinne die enor­men Investitionen gut stemmen können.

Zitat

Die Digitalisierung stellt den Sektor vor enorme Herausforderungen.


Die Emissionen erstrangig unbesicherter Bankanleihen dürften 2019 im Vorjahresvergleich zunehmen. Zum einen wird der Bedarf nach bail-in-fähigen Bonds anhalten. Hinzu kommen steigende Fälligkeiten. Ferner könnten die ab Juni 2020 auslaufenden TLTRO-Programme der EZB schon 2019 zu Vorfinan­zierungen führen. Insbesondere italienische und spanische Banken haben sich umfangreich an diesen Programmen beteiligt. Bei den Spreads gehen wir gemäß unserer Erwartung einer soliden Bonitätsentwicklung nur von einem leichten Anstieg vom derzeit noch immer niedrigen Niveau aus.

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