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Die Regierung der Nationalen Demokratischen Allianz unter Premierminister Narendra Modi wird vor der Parlamentswahl im Frühsommer 2019 keine Reformschritte mehr wagen, dafür aber bestimmte Wählerschichten unterstützen. Dazu gehören ein Krediterlass für Bauern, Benzinpreissubventionen und höhere Sozialausgaben zur Bekämpfung der Armut. Der fiskalische Stimulus wird voraussichtlich nur kurz anhalten, denn das Haushaltsdefizit dürfte sich im Fiskaljahr 2018 / 2019 auf gut 3,5% des BIP (ohne die hohen Defizite einzelner Bundesstaaten) belaufen.

Mit der Einführung einer landesweit einheitlichen Mehrwert­steuer Mitte 2017 sind bereits erste Schritte zu zusätzlichen Einnahmen und zur Eindämmung der Schattenwirtschaft gemacht worden. Allein für staatliche Zinszahlungen müssen aber 28% der Staatseinnahmen aufgewendet werden. Höhere Steuereinnahmen sind insbesondere für geplante Entwicklungs- und Sozialvorhaben wie die Einführung einer Krankenversicherung für arme Bevölkerungsteile erforderlich.

Die wirtschaftliche Stabilität Indiens wird dagegen durch eine bisher relativ unabhängige Zentralbank gestärkt, die sich als Inflationsziel einen Korridor von 2% bis 6% vorgegeben hat. Wegen wieder steigender Nahrungsmittelpreise, der Abwertung der Rupie 2018 im Zuge des Kapitalabflusses aus den Emerging Markets sowie der vorüber­gehend höheren Staatsausgaben dürfte die Inflationsrate bis Anfang 2019 auf etwa 5% steigen. Die Zentralbank hat entsprechend eine restriktive Gangart angekündigt.

Zitat

Noch höheres Wachstum
ist kaum ­vorstellbar.

Indien wird 2019 voraussichtlich die wachstumsstärkste aller großen Volkswirtschaften bleiben. Die Dynamik dürfte sich infolge einer auch für Indien notwendigen Stabilitätspolitik leicht abschwächen. Das Leistungsbilanzdefizit von rund 2% des BIP wird aufgrund des wahrscheinlichen inter­nationalen Zinsanstiegs schwieriger zu finanzieren sein. Allerdings zieht das Land wegen des großen wachsenden Binnenmarktes und der schrittweisen Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umfangreiche ausländische Direktinvestitionen an. Zudem bilden hohe Währungsreserven ein gutes Polster im Falle eines sich verstärkenden Drucks auf Emerging-Markets-Währungen.

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