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Die EZB dürfte an den Covered Bond-Märkten auch 2019 das Tempo hochhalten. Dennoch werden sich die Spreads mit Blick auf das dann beendete Ankaufprogramm moderat ausweiten.

Mit Ablauf des Jahres 2018 endet zwar das Ankaufprogramm der EZB. Fälligkeiten aus dem gewaltigen Zentralbank-Bestand werden jedoch bis auf weiteres wieder angelegt. Ende Oktober lagen immerhin rund 260 Mrd. Euro im Covered Bond-Portfolio der Währungshüter. Davon laufen 2019 Papiere im Wert von rund 23 Mrd. Euro aus. Dies entspricht immerhin ungefähr der Hälfte dessen, was 2018 in Käufe oder Wiederanlagen floss. Damit spielen die Notenbanken weiterhin eine große Rolle für die Primär- und Sekundärmärkte.

Insgesamt erwarten wir für europäische Covered Bonds 2019 ein Emissionsvolumen von rund 120 Mrd. Euro und damit ein Angebot, das über die anstehenden Fälligkeiten von etwa 103 Mrd. Euro hinausgeht. Darunter werden sich wohl zunehmend Emis­sionen finden, deren Erlöse in grüne oder soziale Projekte fließen. Wir gehen davon aus, dass viele Geld­häuser weiterhin auf diese günstige Refinanzierungsart setzen. So dürfte es für einige Institute interessant sein, die Rückzahlung des kurzfristigen Refinanzierungsinstruments der EZB (TLTRO II) aus Covered Bond-Emissionen zu bestreiten. Zudem werden wahr­scheinlich neue Emittenten, etwa aus den baltischen Ländern oder Asien, das Angebot bereichern.

Viele Investoren werden sich über die große Auswahl freuen, haben sie nach dem Rückzug der EZB doch endlich wieder Gelegenheit, am Markt aktiv zu werden. Zum einen haben sich Covered Bonds, allen voran der Pfandbrief, als krisenfest erwiesen und werden von Banken deshalb bei der Erfüllung der regulatorischen Kapital- und Liquiditätsanforderungen bevorzugt. Zum anderen dürften steigende Spreads das Produkt wieder attraktiver machen. So wird sich der schrittweise Abschied der EZB auch an steigenden Renditen ablesen lassen. Hohe politische und wirtschaftliche Risiken könnten den Peripherieländern zwar ausgepräg­tere Auf und Abs bescheren. Covered Bond-Märkte mit soliden Emittenten, wirtschaftlich guten Rahmenbedingungen und hohen Bonitäten dürfen dagegen mit geringeren Spread-Ausweitungen rechnen. Für die Papiere der Kernmärkte erwarten wir daher vom derzeit niedrigen Niveau nur einen mäßigen Anstieg der Risiko­aufschläge von 5 bis 10 Basispunkten.

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