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Alternativszenario

Wellnessoase (10%)

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In unserem positiven Alternativszenario gleicht das wirtschaftliche Umfeld einer Wellnessoase. Alles fühlt sich sehr entspannt an, Leichtigkeit macht sich breit. Die Stimmung steigt, die Risikoprämien sinken. Wir messen diesem Szenario eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 10% bei.

In allen Ländern läuft’s

Die Expansion startet einfach durch. Schwächesymptome in China und in der Eurozone stellen sich als temporäre Delle heraus, verursacht hauptsächlich durch die zahl­reichen kurzfristigen politischen Irritationen des Jahres 2018. Fundamentale Ursachen sind kaum auszumachen. Der wichtigste externe Einflussfaktor für die Konjunktur – die Geldpolitik – ist immer noch locker.

Am einfachsten ist ein Positivszenario für die USA abzu­leiten. Hier boomt die Wirtschaft schon und die Stimmungs­barometer spiegeln auch zum Ende 2018 eine überraschend hohe Dynamik wider. Wenn US-Präsident Trump Recht hat und der Aufschwung nicht ein in erster Linie fiskalpolitisch angefachtes Strohfeuer ist, steht Wachstumsraten von 3% bis 4% in den Vereinigten Staaten nichts im Wege. Ein immer enger werdender Arbeitsmarkt und die Befreiung von regulatorischen Fesseln könnten Konsum und Investitionen Flügel verleihen. Auch lassen sich zusätz­liche Steuersenkungen und / oder Ausgabenprogramme nicht ausschließen – denn Donald Trump will 2020 wiedergewählt werden.

Zitat

The Economy is soooo good, perhaps the best in our country’s history …

Donald Trump

In China hat die Regierung immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie im Zweifelsfall Himmel und Hölle in Bewegung setzt, wenn das Wachstum ins Stottern gerät. Falls sich herausstellt, dass der Handelsstreit mit den USA ein Sturm im Wasserglas war oder Präsident Trump die Strafzölle nur als Druckmittel für eine eigentlich angestrebte Liberalisierung des Welthandels eingesetzt hat, sollte der globale Industriezyklus schnell wieder Fahrt aufnehmen. Dann wirken die einmal in Gang gesetzten Stimulusmaßnahmen prozyklisch und schieben das chinesische Wirtschaftswachstum in Richtung 7% und mehr.

USA und China machen zusammen rund ein Drittel der globalen Wirtschaft aus. Ihr Schwung gibt dem Rest der Welt erhebliche Impulse. Die Weltkonjunktur könnte so, mit nur kurzer Unterbrechung im Jahr 2018, an den synchronen Aufschwung von 2017 anknüpfen.

Steigende Rohstoffnotierungen würden die Exporterlöse in vielen Schwellenländern spürbar ver­bessern und den Regierungen dort die Möglichkeit verschaffen, vertrauensbildende geld- und fiskalpolitische Konsolidierungsschritte einzuleiten, ohne einen konjunkturellen Einbruch zu riskieren.

Zitat

Wer hätte das gedacht: Deutschland und die Eurozone wachsen um 3%!

Von einem globalen Industrieaufschwung würden auch Deutschland und die EU-Nachbarländer profitieren. Die Wirtschaft in Deutschland und in der Eurozone expandiert um rund 3%. Das höhere Wachstum spült Geld in die Staatskassen und fördert so eine Kompromisslösung im Streit um eine angemessene Haushaltspolitik.

Zitat

Aufbruchsstimmung statt ­ewiger Malaise!

Die gute Konjunktur eröffnet zudem Spielräume, die – wenn sie politisch genutzt werden – Strukturreformen erleichtern. Dies hätte wiederum positive Rückwirkungen auf das Vertrauen in die Gemeinschafts­währung und das europäische Projekt insgesamt. Die Europäer können wieder gemeinsame Vor­haben angehen, was insbesondere für die Außen- und Sicherheits­politik gilt. Ein neues europäisches Gemeinschaftsgefühl entsteht.

Inflation bringt Notenbanken auf Touren

Angesichts der starken Weltkonjunktur wird die Inflation angeheizt: Höhere Ölpreise, kräftig steigende Löhne und zunehmende Kapazitätsengpässe sind die Ursachen dafür. In den USA steigt die Inflation weit über 3%, in der Eurozone in Richtung 3%.

In diesem Szenario ist von kräftigen Zinserhöhungen der US-Notenbank auszugehen, bis Jahresende würde der Leitzins wohl über 4,5% steigen. Die EZB vollzieht die Zinswende früher und hebt die Leitzinsen 2019 bis zu drei Mal an. Im Zuge dessen nehmen die Renditen beiderseits des Atlantiks deutlich zu. Die Verzinsung 10-jähriger Treasuries klettert auf rund 5%, 10-jährige Bundesanleihen steuern in Richtung 2%-Marke. Das Vertrauen in Europa kehrt sukzessive zurück, was sich an zusammenlaufenden Zinsspreads beobachten lässt.

Die Gemeinschaftswährung profitiert davon, dass die Währungsunion politisch gefestigt wird. Der Euro-Dollar-­Kurs steigt auf 1,35.

Wachsende Erträge sorgen für deutlich geringere Schuldenquoten bei den Unternehmen. Die Kreditausfälle der Banken bleiben auf historisch niedrigem Niveau. Höhere Renditen lassen verprellte Covered Bond-Investoren an den Primärmarkt zurückkehren. Tendenziell werden die Risikoprämien bei Credits sinken.

Das sehr dynamische Wirtschaftswachstum führt zu deut­lichen Umsatzsteigerungen. Die Unternehmen nutzen ihre Preiserhöhungsspielräume, um die Gewinnmargen auszuweiten. Die Nettoergebnisse legen somit überdurchschnittlich zu. Angesichts zunehmender Risikofreude der Anleger erfolgt zudem eine Bewertungsexpansion. Der DAX überspringt die 15.000er-Marke.

Hohe Beschäftigungszuwächse sorgen in vielen Ländern für eine kräftige Flächennachfrage und damit für beschleunigte Mietzuwächse bei gewerblichen Immobilien. Am Wohnungs­markt zieht die Nachfrage weiter an. Die Immobilien werden trotz höherer Zinsen immer teurer. In mehr und mehr Markt­segmenten spitzt sich die Bewertungssituation zu.

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